Besichtigung Atrium Bildungszentrum Marbach
Freie Wähler erleben eine Führung durch das Bildungszentrum Am Leiselstein.
Welch großes Glück für Schüler und Lehrer der Anne-Frank-Realschule und der Tobias-Mayer-Gemeinschaftsschule, dass die Sanierungsarbeiten am Bildungszentrum genehmigt und die Mittel in den städtischen Haushalt eingestellt wurden, bevor die prekäre Haushaltslage Marbachs offenbar wurde. Deshalb kann sich die Eingangshalle des Schulgebäudes heute großzügig und hell präsentieren– trotz des aktuell noch stehenden Baugerüsts und Baustellenatmosphäre.
Auf das Flachdach der Schule wurde ein leichtes Stahlgerüst aufgesetzt, das mit einer großzügigen Verglasung versehen wurde. Dadurch entstand ein neues Zentrum im Herzen des Gebäudes. „Durch diese Maßnahme könne der ursprünglich wenig genutzte Raum nun ganz neu erlebt werden“, freute sich Markus Kaiser, Architekt des Stadtbauamtes Marbach. „Wenn die Sonne scheint, flutet ihr Licht bis ins Erdgeschoss“, schwärmte er. Das neue Atrium sei ein architektonischer Gewinn für die einst dunkel anmutende Schulmitte, unterstrichen sowohl die Gastgeber, die Schulleiter beider Schulen, als auch die Mitglieder der Freien Wähler Marbach, die an der Führung teilnahmen, um vor Ort einen Eindruck vom Stand der Sanierungsarbeiten zu gewinnen.
Das Atrium werde bis zum Ende der Herbstferien fertiggestellt sein, berichtete Kaiser weiter. Kleinere Nachfolgemaßnahmen würden zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt.
Die dringend erforderliche Sanierung des Daches sei selbstverständlich auch erfolgt, erklärte Markus Kaiser auf Nachfrage. Leider, bedauerte Kaiser, entspreche das Dach nicht den ökologischen Anforderungen unserer Zeit. Das Flachdach habe weder eine Bepflanzung, noch eine Kiesschüttung. Bei diesem großen Flachdach sei eine eventuelle Fehlersuche ausgesprochen schwierig, deshalb musste man auf eine Begrünung verzichten. Kleinere Pfützen im Inneren des Gebäudes wegen eines undichten Flachdachs werden nun endgültig der Vergangenheit angehören, hoffte Kaiser augenzwinkernd. Auch sei eine PV-Anlage leider noch nicht in Auftrag gegeben worden. Ständig neu vorzuweisende Zertifikate, Konformitätserklärungen für den TÜV und eine unglaubliche Menge an Bürokratie erschwerten oder verhinderten gar eine schnelle Umsetzung von ökologisch sinnvollen Maßnahmen im öffentlichen Raum.
Zum Sanierungspaket gehören auch z.B. eine Neugestaltung der Rettungswege, die eine Umnutzung der geräumigen Flure ermöglicht, oder auch ein neuer Bodenbelag in der Aula, der den unansehnlichen Teppich ablöst.
Auf den finanziellen Kostenrahmen der Gesamtmaßnahme angesprochen, erläuterte er, dass die Stadt für diese Umbauten 8 Mio. Fördergelder vom Land erhalten habe, die Nachbarkommunen würden sich mit etwa 3 Mio. Euro an den Kosten beteiligen. Insgesamt fielen für die Sanierung Kosten von gut 21 Mio. an.
Materialkostensteigerungen von 25 % in zwei Jahren und der selbst auferlegte Sparzwang der Kommune erschweren die Umsetzung weiterer Entwürfe. Geplant war, den Pausenhof zu verschönern und (auch im Hinblick auf die avisierte Gartenschau) den Gedanken des „Grünen Bogens“ vom Neckar über das Literaturarchiv bis zum Schulcampus zu realisieren, berichtete Kaiser weiter. Nun könne im Hof vorerst leider nur das Notwendigste instand gesetzt werden.
Die Rektoren der beiden Schulformen übernahmen die Führung durch das Gebäude. Den Anfang machten Rektor Jochen Schust und Konrektor Albrecht Huber, die die Freien Wähler in die farbenfroh und modern gestalteten Klassenzimmer, Lernflure, Differenzierungsräume sowie Fachräume der Gemeinschaftsschule führten. Realschulrektorin Dr. Sabrina Hubbuch zeigte die Klassen- und Arbeitsräume in „ihrer“ Schule und verwies auf noch anstehende Verbesserungsmöglichkeiten. So machte sie in der Schulküche auf die Mikrowelle aus dem Jahre 1982 aufmerksam oder mahnte fehlende Verdunklungsmöglichkeiten an. Dr. Hubbuch bedankte sich im Namen aller aufs Herzlichste bei der Stadt Marbach, insbesondere bei Herrn Kaiser, für den nicht in Worte zu fassenden Gewinn, den das Bildungszentrum durch die Sanierung erfahren habe.


